Website für Frauen: www.zentrum-der-frau.ch
Website für Männer: www.mann-entspannt.ch
Auf meinem Heilungsweg, von den Wunden meiner Lebensgeschichte, habe ich in der Körpertherapie meine Berufung gefunden. Ich bin sehr glücklich, kann ich heute meine Energie und meine Liebe ganz der Unterstützung von Frauen widmen, die, wie ich, in ihrer Vergangenheit Verletzungen erlitten haben und die nun auf dem Weg der Heilung sind. Daher ist dieses Buch auch für Frauen geschrieben.
Ein Ziel oder eine Vision zu haben, wohin eine Entwicklungsreise gehen soll, kann eine große Antriebskraft entwickeln und daher möchte ich dir ein (Vor-)Bild skizzieren, wie ich eine geheilte Frau sehe. Es wäre schön, wenn meine Vision in dir den Wunsch nach Veränderung und Heilung stärkt und dir dadurch eine Extraportion Mut und Energie zufließen.
Heilung heißt für mich nicht, dass die Verletzungen nie existiert haben, sondern, dass diese dein Leben nicht mehr bestimmen. Als Narben bleiben sie ein Teil von dir, aber – und das macht einen gewaltigen Unterschied – sie werden dein Leben nicht mehr einschränken. Nach einem ganzheitlichen Heilungsprozess wirst du als selbstbestimmte Frau durchs Leben gehen können.
Du wirst in der Lage sein, dich selbst neu zu entdecken und deine Identität unabhängig von deinen Erfahrungen zu definieren. Du wirst dich gestärkt und selbstbewusst fühlen. Es wird dir möglich sein, Beziehungen auf Augenhöhe und authentisch zu gestalten. Die emotionale Befreiung, die mit deiner Heilung einhergeht, hat tiefgreifende Auswirkungen auf dein Selbstbild als Frau. Du beginnst, dich selbst zu schätzen und so zu akzeptieren, wie du bist. Die Erinnerungen an schmerzhafte Erlebnisse verlieren ihre Macht über dich, stattdessen entsteht ein Gefühl der Kontrolle über dein eigenes Leben. Gleichzeitig machen dir Situationen, in denen du nicht die vollkommene Kontrolle haben kannst, weniger Angst und du findest einen sicheren Umgang damit.
Diese Transformation ist wichtig, denn sie ermöglicht es dir, dich nicht mehr länger als Opfer deiner Umstände zu betrachten, sondern als aktive Gestalterin deines Schicksals. Das hat unter anderem auch starke Auswirkungen auf deine Sexualität. Du teilst nicht mehr einfach deinen Körper. Du wählst aus, wen du in deinen Tempel einlädst. Du hast verstanden, dass Sexualität auf einer ganz anderen, auf einer spirituellen Ebene stattfindet.
Dir wird klar, dass Sexualität Schöpfung bedeutet. Als befreite Frau bist du jenseits des reinen sexuellen Verlangens. Du betrittst den Pfad der Seelenverbindung und handelst aus dem Herzen heraus. Dir wird bewusst, dass du dich als Frau nur auf dieser ganzheitlichen Ebene der Sexualität bewegen willst. Nur dann, wenn du die Herzensverbindung fühlen kannst und dich wertgeschätzt fühlst, teilst du deine Sexualität und deinen Körper mit einem anderen Menschen. Geheilte Frauen sind gefühlsbetont und in der Lage, die Kundalini-Energie zu spüren und zu leben. Es braucht die typisch weibliche Verführungskunst dann nicht mehr. Wir sind so viel mehr: Heilerinnen, Liebhaberinnen, Mütter. Das versetzt uns in die Lage, auch Männer zu ihren spirituellen Höhen zu inspirieren. Eine von ihren Traumata befreite Frau erlebt eine Vielzahl positiver Veränderungen in ihrem Leben. Sie fühlt sich lebendiger, offener und ist bereit, neue Erfahrungen zuzulassen, nun aber aus einem ganz anderen Selbstverständnis heraus.
Als ganzheitliche Körpertherapeutin arbeite ich im Wissen, dass Körper, Seele und Geist untrennbar miteinander verbunden sind. Wie ich dir bereits dargelegt habe, können mit meiner Methode der absichtslosen Berührung über den Körper auch die seelische und die geistige Ebene erreicht werden. In meine Praxis kommen viele Frauen, die ihre belastenden oder gar traumatischen Erfahrungen auch auf der Körperebene verarbeiten wollen. Daher ist es für mich von großer Wichtigkeit, dass ich die Reaktionen des Körpers, der Seele und des Geistes auf ein belastendes oder traumatisierendes Erlebnis kenne und meine Methode der absichtslosen Ganzkörpermassage diese Zusammenhänge berücksichtigt.
Meine körpertherapeutische Arbeit schließt, wenn es dem Anliegen meiner Kundin entspricht und ich dies fachlich verantworten kann, den Intimbereich mit ein. Viele der Frauen, die zu mir kommen, haben in ihrer Vergangenheit sexuelle Grenzverletzungen oder Gewalt erlebt, oder leiden an den Folgen einer sehr schweren Geburt.
Es ist klar, dass unmittelbar nach so einem solch schrecklichen Erlebnis die meisten Betroffen ihre Sexualität aktiv einschränken oder für eine gewisse Zeit ganz auf ihre Sexualität verzichten. Auch kann die Seele nach einer schlimmen Erfahrung mit einer Schutzreaktion reagieren, bei der die Libido ganz verloren geht.
In den meisten Fällen, gerade auch in denen die Betroffenen sich professionelle therapeutische Hilfe geholt haben, kommt der Wunsch und die Sehnsucht nach einer erfüllenden Sexualität irgendwann wieder auf. Oft werden dann wieder erste Versuche in der Solo- oder Paar-Sexualität unternommen und dabei nicht selten frustrierende Erfahrung gemacht. Die Lust ist zwar da und auch der Kopf sagt ja zu Sex. Jedoch der Körper ist (noch) nicht bereit und verkrampft sich oder der Sex bereitet Schmerzen. Auch können plötzliche Gefühle von Ekel, Angst, Wut, Traurigkeit oder Abwehr auftauchen.
Man kann viel über Sexualität reden und es gibt hervorragende Psychotherapie Angebote, in denen auch Körper- und Achtsamkeitsübungen integriert sind. Meines Wissens gibt es aber nur sehr wenige professionelle Angebote, die ein therapeutisches Übungsfeld schaffen, in welchem die Berührung des Intimbereichs eingeschlossen ist.
Es ist mir völlig klar, weshalb die allermeisten Fachleute aus guten Gründen keine solchen Angebote machen. Dennoch habe ich erkannt, dass Frauen, die in keiner Partnerschaft leben oder Frauen, die ihre ersten „Gehversuche“ bei der Wiederaufnahme ihrer Sexualität nicht mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin machen möchten, hier kein geschütztes Übungsfeld haben.
In solchen Situationen haben die Frauen kein professionelles Versuchsfeld und sind letztlich sich selbst überlassen oder darauf angewiesen, dass sie einen Sexualpartner, eine Sexualpartnerin finden oder haben, der oder die äußerst verständnisvoll, achtsam und absichtslos ist.
Viele Frauen haben mir berichtet, dass ihre ersten Schritte in der Wiederaufnahme ihrer Paar-Sexualität frustrierend, schmerzhaft und in einigen Fällen sogar retraumatisierend waren. Dies kann bei einigen Frauen dazu führen, dass sie völlig resignieren und auf eine aktive Sexualität ganz verzichten. Da wir wissen, wie wichtig eine erfüllende Sexualität für die psychische Gesundheit des Menschen ist, stelle ich mir vor, dass ein Verlust der Paar-Sexualität für die Betroffenen sehr belastend und schmerzhaft sind.
Da es sein kann, dass du als Leserin ebenfalls den Wunsch hast, belastende Ereignisse in deiner Vergangenheit mit Unterstützung dieses Buches zu bewältigen, ist es wichtig, dass ich dir ein gewisses Basiswissen zum Umgang mit belastenden oder traumatisierenden Erlebnissen vermittle. Es gehört zu meinem Verständnis von Achtsamkeit und Professionalität, dass ich hier diese Themen anspreche, jedoch ist es nicht meine Absicht dich damit zu verängstigen oder zu verunsichern.
Wenn du und dein Partner, deine Partnerin achtsam und in kleinen Schritten erste Versuche in der absichtslosen Ganzkörpermassage macht, werdet ihr gut wahrnehmen können, ob und wann eine Pause und ein Gespräch nötig werden. Wichtig ist, dass du, falls du Unwohlsein oder Schmerzen verspürst, nicht darüber hinweggehst in dem Gedanken, dass du „da einfach durch musst“. Wenn du und dein Partner, deine Partnerin offen, neugierig und achtsam seid, werdet ihr eine bereichernde und heilende Erfahrung machen können.
Nun kniest du dich so hin, dass sich die Empfängerin mit ihrem gesamten Rücken an dich lehnen kann, stütze dabei ihren Kopf. Vielleicht ergibt es sich, dass du mit dieser Hand langsam und sanft ihren Kopf massieren darfst, damit sie die letzten Anspannungen ziehen lassen kann. Die andere Hand legst du auf ihr Herz und lässt deine Liebe fließen. Es kann an diesem Punkt gut sein, dass die Empfängerin zu weinen beginnt, weil dies ein liebevoller und geborgener Halt ist, der etwas Mütterliches ausstrahlt (gerade, wenn dies in der eigenen Kindheit gefehlt hat). Viele können Tränen in dieser Haltung besser fließen lassen, weil sie nicht direkt angeschaut werden. Es fällt ihnen leicht, sich in diese geborgene und liebevolle Umarmung fallen zu lassen. Du fühlst, wenn der Moment gekommen ist, in dem du das Lunghi abziehen (Knopf öffnen) darfst, damit sich die Empfängerin auf den Bauch legen kann.
Hier sind wir an einem guten Punkt, um mit diesen kleinen Fransen und dem Tuch ein wenig spielerisch umzugehen. Lass deiner Fantasie freien Lauf.
Lasse die Fransen sehr langsam über den gesamten Körper gleiten, streife die Flanken entlang, husche über das Gesäß und die Po-Falte. Gleite über Arme und Beine, lass jedoch die Füße aus, da die meisten an dieser Stelle zu kitzelig sind. Dort halte ich mich eher mit dem Tuch und nicht mit den Fransen auf. Deine Intuition wird dich leiten. Wechsle zwischen Tuch und Fransen und variiere die Geschwindigkeit, bleibe jedoch eher sehr langsam. Vielleicht lässt du das Tuch und die Fransen kurz über dein eigenes Bein gleiten, sodass du fühlst, wie schön es sich anfühlt, dann macht das Geben gleich noch mehr Freude.
Ich empfehle, mit diesem Griff zu beginnen. An dieser Stelle kommt das vorgewärmte Gleitgel zum Einsatz. Dazu ist es ratsam, deinen Arm ganz auszustrecken. Hältst du ihn gebeugt während der Yoni-Massage, fühlt er sich nach kurzer Zeit schwer an.
Dieser Griff ist eine zärtliche Geste der Ehre: Deine warme Hand umschließt die gesamte Yoni mit viel Liebe. Du kannst deine andere Hand auf das Herzchakra legen, um noch mehr Liebe zu senden. Bleib so lange in dieser Position, wie es sich für dich angenehm und entspannend anfühlt.
Diesen Griff kannst du jederzeit anwenden, auch wenn du gerade überlegst, welchen Griff du als Nächstes ausführen möchtest.